Meine Damen und Herren, Herr Vorsitzender Herr Bürgermeister,
eine Redensart heißt "bei uns ist Schmalhans Küchenmeister".
Wir stellen uns die Frage. Sind wir selber schuld an der Schmalkost,
oder sind wir nur die Leidtragenden an einer Misere, die uns andere eingebrockt
haben? Ja, beides trifft zu.
Schuld ist einmal die Finanz- und Wirtschaftskrise mit ihren zum Teil katastrophalen
Auswirkungen auf die Finanzen der öffentlichen Hand. In einschlägigen Fachkreisen und
in den Medien wird schon seit Monaten vor den Auswirkungen und Folgen für die Haushalte
2011 gewarnt. Für deren Zustandekommen unersättliche, gierige und skrupellose Finanzjongleure,
die Verantwortung tragen, für die sie aber nie die Verantwortung übernehmen mussten. Nach
den bisher angestellten Berechnungen und auf Grund der vorliegenden Orientierungsdaten müssen
wir feststellen: Wir sind noch nicht über dem Berg.
Dies ist aber auch der verfehlten Haushaltsführung in der Vergangenheit zuzuschreiben, es wurde
nicht dort investiert wo es nötig gewesen wäre. Dies sieht man am Beispiel Kindergarten der Gemeinde
Stockstadt. Es hat sich sehr viel Investitionsstau gebildet z.B. an Straßen, Gebäuden usw. Gerade dieser
Investitionsstau wirkt sich aber negativ auf den Haushalt aus.
Trotz dieser Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise und der verfehlten Haushaltsführung der
Vergangenheit müssen und können wir mit der Entwicklung in unserer Gemeinde noch zufrieden sein.
Es hätte schlimmer kommen können. Wir sind keine reiche Gemeinde, noch nie gewesen, aber es ist gelungen,
die Gemeinde auf Kurs zu halten. Von den Investitionen her gesehen ist der Haushalt wenig spektakulär.
Die Finanzlage zwingt uns viele wichtige und wünschenswerte Investitionen zurückstellen.
Nur das aller Notwendigste kann in 2011 angepackt werden. Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger hierfür
um Verständnis. Trotz dieser sehr schwierigen Situation schlagen wir Ihnen vor, die Steuern wie Grundsteuer
und Gewerbesteuer nicht zu erhöhen, sondern unverändert zu belassen.
Die Diskussion über die Abschaffung der Gewerbesteuer und möglicher Alternativen in der Bundespolitik ist
beendet worden mit dem Ergebnis: Die Gewerbesteuer bleibt. Es gibt zu dieser Steuer keine Alternative.
Die vorliegenden Zahlen belegen, dass wir als Kommunen auf diese Steuereinnahmen dringend angewiesen sind.
Es ist deshalb eine vordringliche Aufgabe von Verwaltung und Gemeindevorstand, die Entwicklungsmöglichkeiten
und Rahmenbedingungen für Unternehmen und Betriebe zu schaffen, damit Arbeitsplätze erhalten und auch neu
geschaffen werden können. Aus diesem Grund sehen wir die Entscheidung zur Erweiterung des Gewerbegebietes Ost,
als richtige Entscheidung in die Zukunft an. Diese Maßnahme schafft die Ausgangsbasis für eine höhere
Gewerbesteuer aber auch für höhere Einkommensteuereinnahmen durch die geschaffenen Arbeitsplätze. Auch wenn
das manche hier im Parlament etwas anders sehen.
Ein weiteres Ziel sind die Betreuungsangebote im Kindergarten auch weiterhin zur Vereinbarkeit von
Familie und Beruf auszubauen. Wir bieten zusammen mit dem kirchlichen Trägern flexible und familienfreundliche
Öffnungszeiten an. Krippenplätze stehen in ausreichendem Umfang zur Verfügung.
Allerdings sind diese Fortschritte und Verbesserungen nicht zum Nulltarif zu haben. Wir stellen allein
für den Bereich Betreuung im Kindergarten 2011 eine Summe von jetzt 726.350 €, an Personalkosten zur
Verfügung. Dies ist aber noch nicht das ende der Fahnenstange. Um die gesetzlichen Vorgaben von Bund und
Land umsetzen zu können, braucht unsere Gemeinde dringend die finanzielle Unterstützung durch Bund und Land.
Ein weiterer Schwerpunkt in 2011 ist die Sanierung bzw. der Neubau des Kindergartens der Gemeinde mit
einem voraussichtlichem Kostenaufwand von Rund über 2.000.000 €. Hier sind Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
gefragt die es noch auszuarbeiten oder zu Diskutieren gilt.
Meine Damen und Herren,
Unsere Gemeinde kann insgesamt eine gute Infrastruktur vorweisen. Diese muss aber auch unterhalten werden.
Jede Bürgerin und jeder Bürger in Stockstadt kann täglich selbst erfahren, wie es um den Zustand unserer
Gehwege und Straßen bestellt ist. Straßensanierungsmaßnahmen können in 2011 aber nur dort, wo dies
unumgänglich ist, zur Durchführung kommen.
Die Wirtschaftslage ist aktuell alles andere als einfach. Bei all unseren Entscheidungen spielt die
Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Hierzu gehört auch das man sich von Objekten trennt die für die
Gemeinde unwirtschaftlich sind und den Haushalt alleine durch die Abschreibungssumme, also ohne Berücksichtigung
der sonstigen Kosten, unnötig belasten. Im Sinne der Generationengerechtigkeit müssen wir uns weiter intensiv
um einen ausgeglichenen Haushalt bemühen.
Haushaltssituation:
Nicht nur Land und Bund sondern auch der Kreis Groß-Gerau trägt nicht gerade dazu bei die finanzielle
Lange der Gemeinde zu verbessern. Die Kreisumlage ist gestiegen, hinzu kommt noch die Schaffung einer
Stelle des 2. hauptamtlichen Beigeordneten im Kreis Groß-Gerau. Diese Stelle ist total überflüssig und
bringt wohl nur der Stadt Riedstadt vorteile.
Die Sachmittel im Haushalt 2011, sind gegenüber dem Vorjahr noch einmal gekürzt worden. In 2010 Betrungen
die Kürzung 5 % was damals schon als nicht ausreichend dargestellt worden war. Wir als CDU hatten in der
Vergangenheit immer gefordert, dass diese Sachmittel überprüft werden müssen, dass ist nun durch die
Verwaltung unter dem Bürgermeister der CDU erfolgt und auf das erforderliche Minimum zurückgesetzt worden.
Investitionshaushalt:
Der Investitionsplan bis 2014 hält sich in einem Rahmen der die finanzielle Lange der Gemeinde wiederspiegelt.
Den Antrag des Bürgermeisters die Mittel zur Sanierung der B 44 alt im Investitionshaushalt von 500.000 €
noch einzustellen unterstützen wir da er kommuniziert und beschlossen ist.
Haushaltskonsoleidierung:
Die Haushaltskonsoledierung die uns vorliegt ist zwingend notwendig, aber die darin enthaltenen
Gebührenerhöhungen sind nach unserer Meinung erst dann anzuwenden oder durchzuführen wenn gar keine
andere Möglichkeit mehr besteht. Den schon beschrittenen Weg zur Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen
z.B. den Ordnungsbehördebezirk zusammen mit Biebesheim und Gernsheim muss unbedingt weiterverfolgt werden.
Auf einen Personalabbau, wie es in der öffentlichen Verwaltung gerne getan wird, möchten wir aber verzichten.
Wir wollen keinen Personalabbau, da bereits jetzt schon Einrichtungen wie (z.B. der Bauhof) unterbesetzt sind.
Wir haben auch eine soziale Verantwortung gegenüber den Bediensteten unserer Gemeinde.Die weiteren Maßnahmen
im Rahmen der Haushaltsicherung unterstützen wir.
Meine Damen und Herren,
Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung ist es unumgänglich alles auf den Prüfstand zu stellen und
näher zu betrachten, auch wenn es auf den ersten Blick unangenehm ist. Im Vorjahr hatten wir angeregt
eine Aufgabenkritik durchzuführen dies wurde von der Verwaltung auch getan. Aber es ist erforderlich dies
noch intensiver zu betreiben, daher stellen wir den Antrag eine Aufgabenkritik durchzuführen mit der
Gemeindevertretung und den Mitarbeitern der Verwaltung und deren Interessenvertreten ( Personalrat ).
Die Gemeindevertretung beschließt, die Durchführung einer Aufgabenkritik. Der Gemeindevorstand wird
beauftragt zusammen mit Vertretern aus der Gemeindevertretung oder deren Ausschüssen und der Mitarbeiter
der Verwaltung, ein Tragbares Konzept zu einer Aufgabenkritik, mit dem Hintergrund der Einsparung von
Kosten, in der Gemeinde Stockstadt vorzubereiten. Dieses Konzept soll im Haushalt 2012 umgesetzt werden.
Sinn dieser Maßnahme ist es alle Tätigkeiten die durch die Gemeindeverwaltung durchgeführt werden zu überprüfen.
Muss diese Aufgabe von der Gemeinde erbracht werden? Muss dies im vorhandenen Umfang durchgeführt werden?
Muss diese Aufgabe durch die Verwaltung erbracht werden?
Zuletzt möchte ich mich noch bei den Mitarbeitern der Verwaltung für die geleistete Arbeit im Vergangenem
Jahr bedanken, und ihnen und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr wünschen.
Meine Damen und Herren,
Die CDU Fraktion wird diesem uns vorgelegten Haushaltsentwurf seine Zustimmung erteilen.
Heinrich Roßkopf, Fraktionsvorsitzender
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